Buchsli April 2015

Der Pösteler bringt das Extrablatt der Schw. Folklorepartei. Für den obligaten Espresso hat er heute keine Zeit. Stress ist angesagt.
Buchsli prüft drei Verarbeitungsvarianten: Papierkorb direkt, Emotionen aufladen und sich grün und blau ärgern oder genüssliche Lektüre so quasi als  Amusement. Er entscheidet sich zwecks Pflege der eigenen Psyche für  Variante drei.

SVP Extrablatt lesen ist nun allerdings eher anspruchsvoll und amüsant ist es auch nicht. Der Zeitaufwand ist beträchtlich, fast so gross, wie beim Lesen der WOZ. Sollte man darum nur die Schlagzeilen lesen, die informativen Artikel übergehen? Und wie geht ein anderer Durchschnittsleser, wie Buchsli einer ist, mit diesem Dilemma um?  Aus komplexen Fragen werden – svplike – mehr oder weniger einfältige Parolen.  Wir kämpfen für Freiheit. Alle andern verkaufen sie schnöde, zum Judaslohn. Aber das weiss Buchsli schon.

Wahltaktisch ist das Extrablatt ein Hit. Keine, der anderen staatserhaltenden Parteien hat auch nur annähernd so was zu bieten. Die SVP eröffnet den Wahlkampf und bestimmt die Thematik.
Was darf denn so eine Zeitung kosten? Layout, Druck, Versand? Wie viele Milliönchen  muss man aus dem Sack nehmen können? Aus welchem Sack denn?  Da wäre Transparenz auch ein Hit. Aber eben.
Naheliegend, dass Buchsli sofort nach dem  Mäzen der SVP fandet. Was da wohl passiert ist? Erst nach längerem Suchen findet er den Grossmogul von Herliberg in ungewohnter Bescheidenheit auf zwei Bildchen. Was haben die auf der Redaktion bloss gedacht.?  Hauptsache der zahlt, oder die Chose ist einewäg auf seinem Mist gewachsen? 

Einkommensverteilung, Steuerpolitik, Migrationspolitik, die den Namen verdient, unverkrampfte Diskussion über das Verhältnis der Schweiz zur EU usw. Schon mal was gehört in dieser Richtung? Die andern Parteien und das nicht SVP Parolen empfängliche Volk, die Nichtschweizer sozusagen, hätten im Wahlgerangel auch etwas zu sagen. Ob sie es tun werden, tun können? Buchslis Hoffnungen sind klein, aber noch in Takt.

Rosinen aus dem Extrablatt Gebäck:

–  Zottel wurde offensichtlich von Bari abgelöst. Von wegen auf die Hunde gekommen. Buchsli möchte da nichts gesagt haben…

–  Die nette Dame auf dem Unterschriftenbogen: „Denn hier bestimme ich“ sagt sie. Lohngleichheit für Mann und Frau beispielsweise, da bestimmt sie sicher auch mit…

–  und noch zwei Karikaturen. Buchsli mag dazu nichts sagen und überlässt das Sinnieren lieber kritischen Leserinnen und Lesern…

–  und dann noch das härzige Bildli mit den blumengeschmückten, subventionierten Kühen…

–  „Tradition hat einen Namen; SVP“ Schön, schön so eine SVP Tradition. Tönt fast so, als wären damit gleich alle Traditionen in diesem Lande gemeint…

PS: Wenn vor mehr als dreissig Jahren die SVP in Buchsi das Sagen gehabt hätte, wie sie das heute hat, gäbe es kein Läbihus. Diese wahre Geschichte erzählt Buchsli gelegentlich gerne.

 

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