Buchsli meint Januar 3

Von wegen Kindergarten: Wenn Erwachsene im Parlament, in Parteigremien, in Teamsitzungen, in Vereinsvorständen, am Familientisch chaotisch reagieren, wenn die Suche nach Konflikt- und Problemlösungen zum unübersichtlichen Gschtürm wird, kommt fast zwangsläufig der stereotype Spruch: „Sind wir, sind die im Kindergarten? Das jagt Buchsli regelmässig auf die Palme und er fragt sich, was dieser Vergleich soll? Ist er eine klischeehafte, unreflektierte Feststellung aus unserem alltäglichen Repertoire, mit Schlechte Erinnerungen an unserer eigenen Kindergartenzeit verbunden? Soll sie eine Definition von kindischem oder von kindlichem Verhalten sein? Oder was dann?

Für Buchsli ist der Vergleich unzureichend, unbrauchbar, blöd, letztlich unzulässig. Ein Ausdruck der eigenen Hilflosigkeit. Damit könnte Buchsli abschliessen. Will er aber nicht, denn der Vergleich diskriminiert Kinder und Erwachsene, die mit Kindern arbeiten. Wie denn, auch das noch?

Buchsli hat in seinem langen Leben viel, sehr viel von Kindern gelernt. Von den eigenen, von Kindern in Spielgruppen, in Beratungssituationen, in Kitas. Und  er hat Kindergruppen beobachtet, immer wieder, über Jahre, auch heute noch. Ihn faszinierte kindliche Neugier, Entdeckerfreude, Kreativität, ihre Versunkenheit im Spiel und eben auch ihre Konfliktfähigkeit. Um Konfliktfähigkeit geht es im Zusammenhag mit dem Vorwurf der Diskriminierung. Buchsli stellt fest, dass Kindergruppen vergleichsweise nicht weniger konfliktfähig sind, als Erwachsenengruppen. Manchmal sind sie konfliktfähiger. Eine gewagte Behauptung, aber vielleicht diskussionswürdig.  

Es ist übrigens noch gar nicht so lange her, dass in unserer Gesellschaft Kinder nicht mehr als unfertige Erwachsene, sondern als einmalige Persönlichkeiten wahrgenommen werden, werden sollten.

Buchsli hat von Kindern noch etwas gelernt: Dinge auf den Kopf zu stellen. 
Aus dieser Sichtweise könnten Fragen entstehen, auch unbeliebte.
Beispielsweise wissen wir, dass die ersten Lebensjahren für die Entwicklung eines Menschen entscheidend sind. Warum sind unsere  materiellen und ideellen Investitionen in diese  Entwicklung etwas gar bescheiden im Vergleich zu weiter oben? Kindergarten, Unterstufe, Oberstufe, Gymnasium, Fachhochschule…
Oder noch pragmatischer: Warum findet  eine KITA Leiterin in ihrer Funktion als Chefin eines KMU in ihrer Lohntüte den kleineren Betrag, als die Gymnasiallehrerin in der ihrigen?
Dinge auf den Kopf stelle und fragen. 

„Buchsli meint Leserinnen und Leser“ wissen, dass er die Welt aus seiner Froschperspektive betrachtet. Dazu kommt jetzt noch, dass er vielleicht, von wegen seinem andauernden Umgang mit Kindern nicht ganz erwachsen geworden ist. Er würde das allerdings eher als Kompliment auffassen. So ist er halt…

 

 

 

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